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Wissenschaftliche Arbeiten
Diplomarbeit / Master Thesis (Salzburg, 2001):
„Makellos schön? Das Ideal des antiken Männerkörpers in ausgewählten
Beispielen europäischer Plastik unter Einbeziehung kunstpädagogischer
Reflexionen“
Dissertation (Salzburg, 2005): „Die
Transformation und Aktualität von philosophischen, soziologischen, kunst- und
naturwissenschaftlichen Konzepten des Schönen in der kunstpädagogischen
Fachtheorie“
Abstract (deutsch)
Gegenstand meiner Untersuchung ist das Schöne, genauer gesagt Konzepte des
Schönen, die aus verschiedenen Wissenschaftszweigen stammen wie z.B. der
Kunsttheorie, der Soziologie, der Philosophie, der Psychologie oder sogar
der Biologie. Diese Wissenschaften sind Bezugswissenschaften der
Kunstpädagogik, die deren Konzepte in ihre eigenen Theorien aufnimmt.
Im ersten Teil werden die verschiedenen Konzepte des Schönen aus den
Bezugswissenschaften vorgestellt, welche ich im zweiten Teil daraufhin
überprüfe, ob sie in der kunstpädagogischen Fachtheorie zwischen 1880 und
1990 eine Rolle spielen. Bei der Transformation einer wissenschaftlichen
Theorie in einen anderen Kontext, so wie hier in den Bereich der
Kunstpädagogik, findet eine Umformung des ursprünglichen Konzepts statt.
Diese geschieht vor allem im Hinblick auf andere Interessen und Ziele, die
wiederum einiges über die jeweilige Zeit und deren erzieherische Interessen
aussagen. Bei der Untersuchung zeigt sich, dass das Schöne, das bis in die
zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts als höchstes Erziehungsmittel und -ziel
galt (was vor allem mit der Verknüpfung des Schönen mit dem moralisch Guten
zusammenhängt), ab dieser Zeit immer mehr abgewertet wird, sowohl in der
praktischen Arbeit wie auch in der theoretischen Auseinandersetzung mit
Kunst. Dieser Prozess spiegelt die Entwicklung wider, die in der Kunst seit
etwa 1900 stattfindet (also bereits 50 Jahre früher), schließlich ist die
Kunst der Hauptbezugspunkt der Kunstpädagogik. Abstraktion und die nicht
mehr schönen Künste der Moderne sind der wichtigste Bezugspunkt der 60er
Jahre, während die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts von dem Einfluss
soziologischer Theorien wesentlich geprägt sind. Schönheit, so wie sie in
den Massenmedien präsentiert wird, und ihre Bedeutung für das alltägliche
Leben sind zentrale Themen. Das Schöne wird in dieser Zeit ausgesprochen
kritisch betrachtet.
Das große Misstrauen dem Schönen gegenüber wird jedoch in neueren
kunstpädagogischen Publikationen wieder zurückgenommen, da in letzter Zeit
psychologisch orientierte Konzepte mehr Bedeutung erlangen, und diese
betonen, dass das Bedürfnis des Menschen nach Schönem natürlich und
biologisch grundgelegt ist. Außerdem leben wir in einer Welt, in der das
Schöne immer stärker in den Vordergrund gestellt wird. Diese Situation
verlangt nach einer verstärkten Analyse des Phänomens "Schönheit" auch in
der Erziehung. Darüber hinaus wird das Schöne auch in der Kunst wieder zum
Thema, denn man hat erkannt, dass die künstlerische Freiheit durch den
kategorischen Ausschluss des Schönen eingeschränkt wird.
Das Schöne ist demnach nicht das zentrale Thema heutiger Kunstpädagogik,
die Einstellung dem Schönen gegenüber ist jedoch zunehmend von Offenheit
geprägt. Das hat zur Folge, dass alle verschiedenen Formen sinnenbezogener
Stimulation Aufmerksamkeit und Bedeutung in der Kunstpädagogik erlangen
können, auch das Schöne.
Ziel ist nicht länger eine Erziehung des guten Geschmacks, der auf strengen
Regeln und Wertabstufungen basiert, oder die Produktion schöner
Zeichnungen. Dennoch wird das Schöne heute wieder als etwas Wertvolles
betrachtet, das zwar oftmals einer kritischen Analyse bedarf, das aber der
menschlichen Natur entspricht. Dieser Trendwechsel führt auch die
Kunstpädagogik, wie die Kunst und das alltägliche Leben, hin zu mehr
Schönheit. Diese Tatsache scheint mir Grund genug, dem Schönen auch in der
kunstpädagogischen Literatur wieder mehr Platz einzuräumen.
Abstract (english)
The subject of my investigation is beauty, strictly speaking concepts of
beauty, which are proposed in the different reference sciences of theory of
art education - such as the theory of art, sociology, philosophy,
psychology and even biology - and which are integrated in the educational
theory of art and its concepts.
In the first part I present the different theories of beauty in the
reference sciences, which I check in the second part to see whether they
were relevant in the theory of art teaching between 1880 and 1990. When
transferring scientific theories into another context in the field of art
education a transformation of the original theory takes place in respect to
new targets, which are telling a lot about art educational interests on
beauty in the course of time. Just here it turns out that beauty - while it
was worshipped as the uppermost means and aim of art teaching until the
second half of the 20th century (which is due to the connotation regarding
the notion of beauty with the aspect of morality) - was to a great extent
devaluated in the art education of that time, and that refers to practical
work as well as to theory. This process reflects the development of the
arts, which is the most important reference point for art teaching.
However, the development of the theory in art education starts with a delay
of 50 years. The abstraction of non-beautiful modern art was the main
subject of the sixties. The seventies of the 20th century were
characterized by the influence of sociological theories, the image of
beauty as portrayed in the mass-media, and the effects on everyday life.
Beauty was looked at very critically at that time.
The strong disapproval of beauty has been revoked in recent publications
dealing with art education, because nowadays psychological concepts have
become more important, which say that the human need for beauty is natural
and even biologically based. Apart from that we are living in an era of
rising presence of beauty in everyday life. That increases the importance
of an analysis of the phenomenon "beauty" in education. Finally artists,
too, have become aware of the fact that the exclusion of beauty cuts down
their own freedom in a dogmatical way. So beauty is no central theme of
modern art education, but the attitude towards beauty became more and more
openminded. That means that all different appearences of sensuous stimuli
can gain importance and attention in education, even beauty.
The aim is no longer an education of good taste, based on strict rules and
scales of value, or the production of beautiful drawings. Nevertheless
beauty today is seen as something valuable, which demands critical analysis
in some ways but which also corresponds to our nature. The change in trend
leads towards beauty: in the arts, in everyday world, in art education.
That's reason enough to give precedence to beauty also in literature
dealing with art education.
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