Katharina Ferstl

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Wissenschaftliche Arbeiten

Diplomarbeit / Master Thesis (Salzburg, 2001): „Makellos schön? Das Ideal des antiken Männerkörpers in ausgewählten Beispielen europäischer Plastik unter Einbeziehung kunstpädagogischer Reflexionen“



Dissertation (Salzburg, 2005): „Die Transformation und Aktualität von philosophischen, soziologischen, kunst- und naturwissenschaftlichen Konzepten des Schönen in der kunstpädagogischen Fachtheorie“


Abstract (deutsch)

Gegenstand meiner Untersuchung ist das Schöne, genauer gesagt Konzepte des Schönen, die aus verschiedenen Wissenschaftszweigen stammen wie z.B. der Kunsttheorie, der Soziologie, der Philosophie, der Psychologie oder sogar der Biologie. Diese Wissenschaften sind Bezugswissenschaften der Kunstpädagogik, die deren Konzepte in ihre eigenen Theorien aufnimmt.


Im ersten Teil werden die verschiedenen Konzepte des Schönen aus den Bezugswissenschaften vorgestellt, welche ich im zweiten Teil daraufhin überprüfe, ob sie in der kunstpädagogischen Fachtheorie zwischen 1880 und 1990 eine Rolle spielen. Bei der Transformation einer wissenschaftlichen Theorie in einen anderen Kontext, so wie hier in den Bereich der Kunstpädagogik, findet eine Umformung des ursprünglichen Konzepts statt. Diese geschieht vor allem im Hinblick auf andere Interessen und Ziele, die wiederum einiges über die jeweilige Zeit und deren erzieherische Interessen aussagen. Bei der Untersuchung zeigt sich, dass das Schöne, das bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts als höchstes Erziehungsmittel und -ziel galt (was vor allem mit der Verknüpfung des Schönen mit dem moralisch Guten zusammenhängt), ab dieser Zeit immer mehr abgewertet wird, sowohl in der praktischen Arbeit wie auch in der theoretischen Auseinandersetzung mit Kunst. Dieser Prozess spiegelt die Entwicklung wider, die in der Kunst seit etwa 1900 stattfindet (also bereits 50 Jahre früher), schließlich ist die Kunst der Hauptbezugspunkt der Kunstpädagogik. Abstraktion und die nicht mehr schönen Künste der Moderne sind der wichtigste Bezugspunkt der 60er Jahre, während die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts von dem Einfluss soziologischer Theorien wesentlich geprägt sind. Schönheit, so wie sie in den Massenmedien präsentiert wird, und ihre Bedeutung für das alltägliche Leben sind zentrale Themen. Das Schöne wird in dieser Zeit ausgesprochen kritisch betrachtet.


Das große Misstrauen dem Schönen gegenüber wird jedoch in neueren kunstpädagogischen Publikationen wieder zurückgenommen, da in letzter Zeit psychologisch orientierte Konzepte mehr Bedeutung erlangen, und diese betonen, dass das Bedürfnis des Menschen nach Schönem natürlich und biologisch grundgelegt ist. Außerdem leben wir in einer Welt, in der das Schöne immer stärker in den Vordergrund gestellt wird. Diese Situation verlangt nach einer verstärkten Analyse des Phänomens "Schönheit" auch in der Erziehung. Darüber hinaus wird das Schöne auch in der Kunst wieder zum Thema, denn man hat erkannt, dass die künstlerische Freiheit durch den kategorischen Ausschluss des Schönen eingeschränkt wird.


Das Schöne ist demnach nicht das zentrale Thema heutiger Kunstpädagogik, die Einstellung dem Schönen gegenüber ist jedoch zunehmend von Offenheit geprägt. Das hat zur Folge, dass alle verschiedenen Formen sinnenbezogener Stimulation Aufmerksamkeit und Bedeutung in der Kunstpädagogik erlangen können, auch das Schöne.


Ziel ist nicht länger eine Erziehung des guten Geschmacks, der auf strengen Regeln und Wertabstufungen basiert, oder die Produktion schöner Zeichnungen. Dennoch wird das Schöne heute wieder als etwas Wertvolles betrachtet, das zwar oftmals einer kritischen Analyse bedarf, das aber der menschlichen Natur entspricht. Dieser Trendwechsel führt auch die Kunstpädagogik, wie die Kunst und das alltägliche Leben, hin zu mehr Schönheit. Diese Tatsache scheint mir Grund genug, dem Schönen auch in der kunstpädagogischen Literatur wieder mehr Platz einzuräumen.

Abstract (english)

The subject of my investigation is beauty, strictly speaking concepts of beauty, which are proposed in the different reference sciences of theory of art education - such as the theory of art, sociology, philosophy, psychology and even biology - and which are integrated in the educational theory of art and its concepts.


In the first part I present the different theories of beauty in the reference sciences, which I check in the second part to see whether they were relevant in the theory of art teaching between 1880 and 1990. When transferring scientific theories into another context in the field of art education a transformation of the original theory takes place in respect to new targets, which are telling a lot about art educational interests on beauty in the course of time. Just here it turns out that beauty - while it was worshipped as the uppermost means and aim of art teaching until the second half of the 20th century (which is due to the connotation regarding the notion of beauty with the aspect of morality) - was to a great extent devaluated in the art education of that time, and that refers to practical work as well as to theory. This process reflects the development of the arts, which is the most important reference point for art teaching. However, the development of the theory in art education starts with a delay of 50 years. The abstraction of non-beautiful modern art was the main subject of the sixties. The seventies of the 20th century were characterized by the influence of sociological theories, the image of beauty as portrayed in the mass-media, and the effects on everyday life. Beauty was looked at very critically at that time.


The strong disapproval of beauty has been revoked in recent publications dealing with art education, because nowadays psychological concepts have become more important, which say that the human need for beauty is natural and even biologically based. Apart from that we are living in an era of rising presence of beauty in everyday life. That increases the importance of an analysis of the phenomenon "beauty" in education. Finally artists, too, have become aware of the fact that the exclusion of beauty cuts down their own freedom in a dogmatical way. So beauty is no central theme of modern art education, but the attitude towards beauty became more and more openminded. That means that all different appearences of sensuous stimuli can gain importance and attention in education, even beauty.


The aim is no longer an education of good taste, based on strict rules and scales of value, or the production of beautiful drawings. Nevertheless beauty today is seen as something valuable, which demands critical analysis in some ways but which also corresponds to our nature. The change in trend leads towards beauty: in the arts, in everyday world, in art education. That's reason enough to give precedence to beauty also in literature dealing with art education.


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Medieninhaber: Katharina Ferstl, Salzburg
last update 2007-08-17

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